IBH e.V. sagt „Nein!“ zum „Hundeflüsterer“ Cesar Millan

Seit Ende April 2012 zeigte der Sender SIXX täglich die Sendung „Der Hundeflüsterer“. Der amerikanische Hundetrainer Cesar Millan wurde somit erstmals im Free-TV in die deutschen Haushalte gebracht. Cesar Millan wendet umstrittene, aversive Trainingsmethoden an. Es werden Elektroschockhalsbänder verwendet. Hunde werden am Halsband gewürgt, bis ihnen die Luft wegbleibt. Hunde werden getreten. Erwachsene Hunde werden am Nacken gepackt und in die Luft gezerrt. Das sind nur einige Beispiele, die man in den Sendungen sieht, die teilweise auch bei YouTube in voller Länge gezeigt werden .

Seit 2012 hat sich Einiges getan - bishin zu einem Verbot 2014 durch das Veterinäramt Hannover, dass mit Hunden praktisch in einer Show gearbeitet werden darf  - aber leider werden noch weiterhin in Shows in Deutschland und ganz Europa, sowie im TV die "Trainingsmethoden" von Cesar Millan verbeitet. Es gibt also noch viel an Aufklärungsarbeit zu leisten!

In den USA wird Cesar Millan aufgrund seiner Methoden stark kritisiert von auf Verhalten von Tieren spezialisierten Tierärzten wie der „European Society of Veterinary Clinical Ethology (ESVCE)“ und „American Veterinary Society of Animal Behavior (AVSAB)“.

Der IBH e.V.  hat sich in Bezug auf das Training von Hunden der art- und verhaltensgerechten, respektvollen und gewaltfreien Erziehung verschrieben.  Was SIXX täglich im Fernsehen zeigt, widerspricht völlig unseren Werten bei der Erziehung von Hunden. Mehr noch: Von gewaltfrei weit entfernt werden Trainingstechniken gezeigt, die nach Meinung verschiedenster Fachleute gefährlich sind und Hunde in schier tickende Zeitbomben verwandeln können. Nicht umsonst gibt es in jeder Sendung Warnhinweise: "Bitte wenden sie diese Techniken nicht ohne den Rat eines Fachmanns an.“. Wie kann verantwortet werden, dass etwas tagtäglich im Fernsehen vorgeführt wird, was bei „falscher“ Anwendung das reinste Pulverfass sein kann? Wie viele Hundehalter werden diese Warnung ignorieren und ihrem Hund im schlimmsten Fall Schaden zufügen?

Im §1 TierSchG steht: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Wir als IBH e.V stellen die Frage: Sind die dort gezeigten Methoden nach deutscher Rechtslage unter Umständen tierschutzrelevant? Und: Ist es ein vernünftiger Grund, einen Hund so zu behandeln, wenn er mit anderen Methoden – gewaltfrei, fair, respektvoll – ebenso „therapiert“ werden könnte?

Wir als IBH e.V. bitten: Liebe Hundehalter, bitte wendet diese Methoden nicht an! Wenn ihr Unterstützung benötigt, schaut nach einer guten Hundeschule, die auf Basis aktueller Wissensstände rund um Hunde arbeitet und die auf derartige „Trainingsansätze“ verzichtet.

Eine Umfangreiche Info-Sammlung finden Sie auf der Seite http://beyondcesarmillan.weebly.com/index.html