Stellungnahme zur Novellierung der Wiener Tierhalteverordnung - Oktober 2018

Freitag, 12 Oktober, 2018

Die VÖHT - Vereinigung Österr. HundeverhaltensTrainer/innen sieht sich zur Novellierung der Wiener Tierhalteverordnung - entstanden aufgrund der Bissvorfälle in unserem Nachbarland in jüngster Zeit - zu der unten folgenden Stellungnahme veranlasst.

Aufgrund der Erfahrungen in Deutschland mit Rasselisten etc., kann sich der IBH diesem Statement nur anschließen und dies unterstützen. Aktuelle Wissensvermittlung sind das A und O einer sinnvollen Bissprävention!

Die komplette Stellungnahme ist hier als PDF zu finden: https://www.voeht.at/

 

Die VÖHT als Interessengemeinschaft von HundeverhaltenstrainerInnen und HundeverhaltensberaterInnen sieht sich zu folgender Stellungnahme veranlasst.

Die Novellierung der Wiener Tierhalteverordnung ist aus unserer Sicht keine langfristig geeignete Maßnahme zu einem konfliktfreien Umgang zwischen Mensch und Hund.

Stichwort „Listenhunde“:
Die Sinnhaftigkeit von Rasselisten wird seit Jahren von Fachleuten und KommunalpolitikerInnen in Frage gestellt, entsprechende Verordnungen werden der Reihe nach wieder zurückgenommen. In Deutschland konnte durch die Einführung der Rasselisten kein erwünschter Sicherheitszuwachs verzeichnet werden. Nur ein verschwindend geringer Anteil der Beissvorfälle wird durch sogenannte Listenhunde verursacht. Auch der sich bereits auf der Liste befindende Rottweiler wurde durch dieses Vorgehen nicht vom Beissvorfall abgehalten.

Stichwort „Generelle Maulkorbpflicht und Leinenpflicht“ für Listenhunde:
Eine generelle Maulkorbpflicht und Leinenpflicht widerspricht dem Tierschutzgesetz, artgerechte Hundehaltung ist so nur sehr eingeschränkt möglich. HundehalterInnen bleibt somit die zweifelhafte Wahlfreiheit, entweder der Hundehaltungsverordnung oder dem Tierschutzgesetz zuwiderzuhandeln.

Stichwort „Sicherheit“:
Der überwiegende Anteil an Bissverletzungen durch Hunde passiert im familiären Umfeld. Wie möchte man sich nebenbei bemerkt vor Bissattacken im eigenen Heim absichern? Ganz nebenbei bemerkt ist auch die Durchführung durch die Exekutive schwer in Frage zu stellen.

Stichwort „Zuchtverbot für Listenhunde in Wien“:
Auch hier ist die Absicherung nur eine scheinbare. Es ist ein absoluter Trugschluss zu glauben, dass dieses Verbot zu einer Verminderung der Listenhunde-Haltung führen wird. Der Anstieg der Züchter in den umliegenden Bundesländern wird vermerkbar sein, Hinterhof-Züchtern wird wieder schön in die Hände gespielt.

Stichwort „Tierheim“:
Diese Verordnung wird vermehrt Abgabe und Abnahme von Listenhunden mit sich bringen. Dank der Liste schwer- oder auch gänzlich unvermittelbar, müssen diese „lebenslänglich“ auf Steuerkosten verwahrt werden.

Stichwort „Expertise“:
Den EntscheidungsträgerInnen darf wohl eher politische denn sachliche Expertise unterstellt werden. Auf die Hinzuziehung international anerkannter Fachleute wie Prof. Kotrschal, Friederike Range,...wurde verzichtet. Die Chance auf einen echten Zugewinn wurde damit vertan.

Stichwort „Gesellschaftliche Spaltung“:
HundehalterInnen werden noch weiter stigmatisiert und der öffentlichen Anfeindung preisgegeben. Die Verfehlungen einzelner dürfen niemals zum ganzheitlichen Gesetz werden.

Stichwort „Verantwortung“:
Wissen und Verantwortungsbewusstsein sind die Grundlagen für ein sicheres Miteinander. Je mehr Menschen über ihre Hunde und den Umgang mit ihnen wissen, umso sicherer wird der Alltag - für HundehalterInnen ebenso wie für Nicht-HundehalterInnen. Für Erwachsene ebenso wie für Kinder.

Die VÖHT wird sich daher weiterhin und mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass
- Wissen über Hunde, ihr Kommunikationsverhalten und den Umgang mit ihnen vermittelt wird
- Menschen dabei unterstützt werden, ihren Hund nach modernen, wissenschaftsbasierten und gewaltfreien Methoden zu erziehen
- sich artgerechte und tierschutzkonforme Hundehaltung weiter verbreitet

Unsere Empfehlung lautet:
- österreichweit einheitliche Hundehaltungsverordnungen
- klar definierten Haltungsvoraussetzungen für alle Hunde unabhängig von Größe oder Rasse
- verpflichtender Schwerpunkt auf charakterliche Zuchtmerkmale für ZüchterInnen
- theoretische UND praktische Unterweisung vor bzw. in einem begrenzten Zeitraum ab Übernahme des Hundes durch autorisierte TrainerInnen, Hundeschulen und Verbände
- Bisspräventionsprogramme an Kindergärten und Schulen

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